
Mit Schneeschuhen die Zugspitze besteigen, das geht selbstverständlich nicht. Überhaupt ist die Zugspitze im Winter ein sehr unzugänglicher Berg.
Seine Flanken sind steil und lawinengefährdet, die im Sommer üblichen Anstiege sind tief verschneit und nur im Expeditionsstil zu begehen.

Aber hoch oben am Zugspitzplatt findest du ein einzigartiges Kleinod, das zwischen den höchsten Gipfel Deutschlands, der 2.962m ohen Zugspitze und dem 2.874m ohen Schneefernerkopf eingebettete ist.
Hier hat auch einer der letzten vier Gletscher in Deutschland überlebt: der Nördliche Schneeferner. Im Winter wirst du von dem Gletscher nicht viel sehen, denn in dem nach Osten ausgerichteten Hochtal sammeln sich Unmengen von Schnee und bedecken das „ewige Eis“.
Hier kannst du die aktuelle Schneehöhe der Messstation Zugspitzplatt bestaunen. Im März oder April liegen hier oft mehr als drei Meter Schnee!
Bis vor wenigen Jahre waren am Nördlichen Schneeferner noch zwei Schlepplifte in Betrieb. Wegen des Gletscherrückgangs und der Veränderung des Geländes wurde der Skibetrieb eingestellt. Der vormals gleichmäßig steile Hang ist zerfurcht, die ausgeaperten Moränenhügel mit einem kleinen See und kurzen Gegenanstiegen sind skitechnisch völlig unattraktiv. Das bietet dir die Chance auf einen fantastischen Hochgebirgs-Spaziergang mit Schneeschuhen.



Die Luft ist kristallklar und bereits nach wenigen Meter, wenn du hinter dem Sonnalpin die Zivilisation verlassen hast, tauchst du in die Welt des Hochgebirges ein.
Ohne entsprechende Bergerfahrung solltest du dir für diese Tour allerdings einen Bergführer nehmen. Der beurteilt für dich die Lawinengefahr und zeigt dir nach einem kurzen Aufstieg zum Windloch das spektakulärste Panorama. Fast 2.000 Höhenmeter fällt von hier der Blick ins Bodenlose, direkt unter dir nach Ehrwald und von da weiter Richtung Vorarlberg und Ostschweiz.
Eine Schneeschuhtour am Zugspitzplatt hat den großen Vorteil, dass du auf 2.600m Höhe startest und keine großen Höhenunterschiede zurücklegen musst aber den kleinen Nachteil, dass die dünne Luft ihren Tribut fordert.
Deshalb ist ein langsames, gemütliches Tempo angesagt, was aber auch ganz gut zu der irren Umgebung passt. Am Zugspitzplatt gibt es verschiedene Routen, die aber nicht vorgegeben oder gar markiert sind. Du kannst genauso ohne viel Höhe zu verlieren auf dem Moränengelände Richtung Osten und Knorrhütte wandern, nur die Skipisten solltest du meiden.
Wenn du nach gut zwei Stunden von deiner Winter-Experience zurückkehrst, dann bist du vielleicht nicht gleich ein anderer Mensch, aber das Erlebte wirst du so schnell nicht vergessen.
Steckbrief Zugspitze, 2.962m
Mit Schneeschuhen im Hochgebirge
Schwierigkeit: ★
Landschaft: ★ ★ ★ ★ ★
Kondition: ★
Erfahrung: ★ ★
Charakter: leichte Schneeschuhtour im Hochgebirge, für Neulinge nur mit Bergführer
Beste Zeit: Januar bis April
Ausgangspunkt: Eibsee, Talstation Zugspitzbahn, Parkmöglichkeit
Gipfelhöhe: ca. 2.700m
Höhenmeter: mit Gegenaufstieg: ca. 100, 2h
Ausrüstung: Schneeschuhe + Stöcke, warme Bekleidung, Handschuhe, Mütze, evtl. Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde)
Anforderungen: Freude an der Natur
TIPP: Genieße herrliche Schneeschuhtouren auf der Zugspitze mit einem Staatlich Geprüften Berg- und Skiführer