VIVALPIN Classics

Der Anstieg durchs Höllental auf die Zugspitze – eine der schönsten Bergtouren der Alpen

Durchs Höllental auf die Zugspitze – was für eine Tour! Für viele (auch für uns) ist diese Route eine der schönsten und abwechslungsreichsten Touren der gesamten Alpen. Der Aufstieg durchs Höllental ist (mit Ausnahme des Gletschers) durchgehend markiert und beschildert. Die Orientierung sollte also bei guten Verhältnissen kein großes Problem sein. Wenn man die Besteigung als Tagestour plant, so ist ein früher Start vor Sonnenaufgang ratsam. In dem Fall ist es günstig, wenn man am Vorabend die ersten Meter bzw. den Start der Tour erkundet.
Von Hammersbach geht es auf guten Wegen zunächst im Zick-Zack zur Höllentaleingangshütte (1045m) und dann weiter durch die äußerst spektakuläre Höllentalklamm. Vom oberen Ende der Klamm erreicht man bald die 2015 komplett erneuerte Höllentalangerhütte auf 1387m Höhe. An Wochenenden ist die Höllentalangerhütte regelmäßig ausgebucht; wer also die Besteigung in zwei Tagen plant, sollte rechtzeitig reservieren! 

In der Höllentalklamm
Nach einer guten Stunde erreicht man die Höllentalklamm

Bis zur Höllentalangerhütte muss man von Hammersbach aus mit gemütlichen 2 Stunden rechnen, wer (ohne Pausen) länger braucht oder die 2 Stunden nur unter großen Anstrengungen schafft, dem empfehlen wir dringend, die Tour hier abzubrechen und umzukehren bzw. ein Alternativ-Ziel anzusteuern.Von der Höllentalangerhütte überblickt man bereits die erste Steilstufe, das sogenannte Brett über dem Höllentalanger. Zunächst flach führt der Wanderweg durch das noch grüne Tal, um dann schließlich steil zu den bereits von weitem zu sehenden Klettersteigpassagen anzusteigen. Sobald man einen bequemen Platz noch unterhalb des steilen Schrofengeländes vor dem Klettersteigeinstieg gefunden hat, sollte man bereits die Klettersteigsets anlegen, da sich von vorausgehenden Bergsteigern immer mal wieder Steine lösen können.

Kurz nach dem Einstieg in den Klettersteig

Der nun folgende Klettersteig am Brett ist teilweise sehr ausgesetzt, die technischen Schwierigkeiten sind aber überschaubar (bis B). Trotzdem sollte man hier für ein zügiges und kraftsparendes Vorwärtskommen die Sicherungstechnik am Klettersteig routiniert beherrschen. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine Umkehr oberhalb des Bretts sehr zeitraubend und mühsam ist. Eine der spektakulärsten Passagen der Tour und ein begehrtes Fotomotiv ist die Querung am Brett in beinahe senkrechtem Fels mit extremen Tiefblicken ins Höllental.

Spektakulär ausgesetzt am Zugspitzbrett, Tiefblick ins Höllental

Die anschließenden steilen Schrofen und Felsabsätze (Schwierigkeitsgrad I) sind nicht versichert aber für erfahrene Bergsteiger problemlos zu meistern. Über steiles Wiesen und Moränengelände folgt man dem nun wieder ausgeprägten Steig bis zum Höllentalferner.

Der Höllentalferner ist eine der Schlüsselstellen des Aufstieges. Bis im Frühsommer herrscht oft guter Trittschnee, ab Mitte Sommer muss man aber mit Blankeis rechnen. Ohne Steigeisen ist dann ein Weitergehen nicht möglich! Informationen dazu gibt es auf dem Blog der Bergschule VIVALPIN.

Höllentalferner
Die Randkluft am Höllentalferner – eine der Schlüsselstellen auf dem Weg zur Zugspitze

Die Randkluft (die Spalte am Übergang zwischen Fels und Gletscher) ist eine weitere, ernstzunehmende Schlüsselstelle mit einer schwer einzuschätzenden und oft labilen Schneebrücke an der sich leider immer wieder Unfälle ereignen! Oft hilft nur ein weiter Spreizschritt an die gegenüberliegende, glatte Felswand. Hier gibt es zwar ein weit herabreichendes Drahtseil, aber noch keine Eisenstifte oder Leitern, weshalb diese Passage als die schwerste der ganzen Tour gilt.

Auf dem Schlussklettersteig zum Gipfel – gut, wenn man hier noch Reserven hat!

Der Gipfel ist von hier nun immer noch über 400 Höhenmeter entfernt, man braucht also noch genügend Kraft- und Konditionsreserven, auch wenn die Schwierigkeiten nach und nach abnehmen und der Weg über den Klettersteig nahezu durchgängig versichert ist.