Nicht nur in Notfällen kann Abseilen am Einzelstrang eine sinnvolle Alternative sein. Der ESCAPER von BEAL ist dafür ein bewährtes Hilfsmittel, das bei korrekter Anwendung zuverlässig funktioniert.
Besonders im flachen oder gestuften Gelände musst du aber berücksichtigen, dass sich der ESCAPER beim Abziehen des Seils leicht verhängen kann. Am besten funktioniert der Escaper in senkrechtem Gelände bis zu 30m. Bei längeren Abseilstellen ist der übertragene Kraftimpuls an den Escaper zu gering, so dass du das Seil nicht abziehen kannst. Du musst die Technik unbedingt im Übungsgelände trainieren, bevor du den Escaper im „Ernstfall“ einsetzt!
Abseilen mit dem Escaper bietet ein erhöhtes Risiko*
Simon erklärt dir, wie du den ESCAPER optimal einsetzt.
*Risikoabwägung in der Sicherungstechnik
Die Seil- und Sicherungstechnik hat das Ziel, im Falle eines Sturzes Verletzungen oder einen Absturz von Einzelpersonen oder Seilschaften zu verhindern. Beim Bergsteigen oder Klettern bleibt trotzdem ein nicht unerhebliches Restrisiko, das bewusst eingeschätzt und akzeptiert werden muss. In vielen Situationen entscheidest du selbst, wieviel du riskieren möchtest: Bevorzugst du Plaisirtouren mit engmaschiger Bohrhakenabsicherung oder wagst du dich an seilfreies Klettern im Hochgebirge?
Auch wenn es im Bergsport (wie auch Alltag) keine absolute Sicherheit gibt, so kann man doch mehr oder weniger riskante Techniken unterscheiden die es abzuwägen gilt:
Geringes Risiko für Einsteiger oder Personen mit geringerer Risikobereitschaft:
Techniken und Maßnahmen, die einem hohen Sicherheitsbedürfnis entsprechen:
Fixpunkte mit hohen Bruchlastreserven
Geringe mögliche Sturzhöhen
Bewährte und wenig fehleranfällige Sicherungstechniken entsprechend dem neuesten Stand der Technik
Große Sicherheitsreserven in der gesamten Sicherungskette
Typische Beispiele: Klettersteigtechnik, Südtiroler Stand, Verwenden von Halbautomaten
Erhöhtes Risiko für Erfahrene:
Techniken und Maßnahmen, die eine bewusste Risikoabwägung und Erfahrung erfordern.
Anpassen der Sicherungstechniken an kalkuliertes Sturzrisiko
Mittlere Sturzhöhen ohne erwartbare schwere Verletzungen oder Beeinträchtigungen
Aktive Bewertung der zu erwartenden Belastung der Sicherungskette
Einsatz von Sicherungsgeräten mit geringer Fehlertoleranz
Typische Beispiele: Klettern am gleitenden Seil, Nachsichern mit Seilklemme, Nachsichern über Blöcke
Hohes Risiko für ambitionierte Bergsteiger und Kletterer sowie für Profis:
Techniken und Maßnahmen, bei denen Risiko und Wahrscheinlichkeit eines Sturzes oder Fehlers ständig abgewogen und bewertet werden müssen.
Anpassen bzw. Verzicht auf Sicherungstechniken im Absturzgelände
Anwendung von verschiedenen Techniken bei ständiger Risikoabwägung in Abhängigkeit vom persönlichen Können
Typische Beispiele: Gehen am kurzen Seil, seilfreies Klettern, Rope Solo.
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