Express-Standplatz

Nachsichern mit Spoc oder Micro Traxion: Immer öfter werden Seiklemmen, die eigentlich für die Bergrettung vorgesehen sind, für die Sicherungstechnik eingesetzt. Sie bieten einen großen Komfortgewinn, bergen aber auch einige Risiken. Das Nachsichern mit Seilklemmen bietet ein hohes Risiko*!

Vorteile:
+ einfache Bedienung
+ geringe Reibung, leichtgängiges Seil einholen
+ schneller Aufbau

Nachteile:
– Risiko von Seilbeschädigung oder -riss
– größtes Risiko in der Nähe des Standplatzes bei möglicherweise hohem Sturzfaktor

In dem Video siehst du einen Express-Standplatz mit einer Switch Adjust Selbstsicherungsschlinge und einem Spoc, der an einem Bandfalldämpfer fixiert ist.

*Risikoabwägung in der Sicherungstechnik
Die Seil- und Sicherungstechnik hat das Ziel, im Falle eines Sturzes Verletzungen oder einen Absturz von Einzelpersonen oder Seilschaften zu verhindern. Beim Bergsteigen oder Klettern bleibt trotzdem ein nicht unerhebliches Restrisiko, das bewusst eingeschätzt und akzeptiert werden muss. In vielen Situationen entscheidest du selbst, wieviel du riskieren möchtest: Bevorzugst du Plaisirtouren mit engmaschiger Bohrhakenabsicherung oder wagst du dich an seilfreies Klettern im Hochgebirge?
Auch wenn es im Bergsport (wie auch Alltag) keine absolute Sicherheit gibt, so kann man doch mehr oder weniger riskante Techniken unterscheiden die es abzuwägen gilt:

Geringes Risiko für Einsteiger oder Personen mit geringerer Risikobereitschaft:
Techniken und Maßnahmen, die einem hohen Sicherheitsbedürfnis entsprechen:
Fixpunkte mit hohen Bruchlastreserven
Geringe mögliche Sturzhöhen
Bewährte und wenig fehleranfällige Sicherungstechniken entsprechend dem neuesten Stand der Technik
Große Sicherheitsreserven in der gesamten Sicherungskette

Typische Beispiele: Klettersteigtechnik, Südtiroler Stand, Verwenden von Halbautomaten

Erhöhtes Risiko für Erfahrene:
Techniken und Maßnahmen, die eine bewusste Risikoabwägung und Erfahrung erfordern.
Anpassen der Sicherungstechniken an kalkuliertes Sturzrisiko
Mittlere Sturzhöhen ohne erwartbare schwere Verletzungen oder Beeinträchtigungen
Aktive Bewertung der zu erwartenden Belastung der Sicherungskette
Einsatz von Sicherungsgeräten mit geringer Fehlertoleranz

Typische Beispiele: Klettern am gleitenden Seil, Nachsichern mit Seilklemme, Nachsichern über Blöcke

Hohes Risiko für ambitionierte Bergsteiger und Kletterer sowie für Profis:
Techniken und Maßnahmen, bei denen Risiko und Wahrscheinlichkeit eines Sturzes oder Fehlers ständig abgewogen und bewertet werden müssen.
Anpassen bzw. Verzicht auf Sicherungstechniken im Absturzgelände
Anwendung von verschiedenen Techniken bei ständiger Risikoabwägung in Abhängigkeit vom persönlichen Können

Typische Beispiele: Gehen am kurzen Seil, seilfreies Klettern, Rope Solo.

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