Freitag, 20.03.2026 um 17:30 Uhr: Ein lauter Knall – und die Stützen des Plattliftes fallen wie Dominosteine in den Schnee. Das war´s! Der Betrieb auf dem letzten Gletscherlift Deutschlands ist Geschichte. Es ist ein stiller Abschied, der weit über die Grenzen des Wettersteingebirges hinaus nachhallt.
Die Geschichte der Plattlifte begann in den 1950er Jahren als der Wintersport bzw. Skisport breiten Anklang fand. Die Lifte auf der Zugspitze – eine damalige technologische Pionierleistung. Seinerzeit konnte man noch das gesamte Jahr über den Schnee unter seinen Skiern spüren. Doch der Zahn der Zeit machte auch vor dem Nördlichen Schneeferner keinen Halt.

Heute kann man sich wohl nur noch schwer vorstellen wie es wohl damals auf der Zugspitze gewesen sein muss. Die beiden Plattlifte oder auch der 2er Sessel Neue Welt, welcher bis auf den Schneefernerkopf 2.874m reichte. Was ist in dieser „kurzen“ Zeitspanne passiert und warum sieht es heute so deutlich anders aus?
Über Jahrzehnte wurden die Liftstützen immer wieder aufwendig im „fließenden Eis“ neu justiert. Es war ein ständiger Tanz mit dem Gletscher, ein Versuch, der Schwerkraft und der Dynamik des Eises zu trotzen. Doch der Tanz ist vorbei. Das Eis, das einst die tonnenschweren Fundamente trug ist schlichtweg nicht mehr da. Wo früher eine geschlossene Decke aus Firn und Blaueis lag werden heute Felsflanken und Schotterflächen sichtbar. Der Rückbau ist die letzte Konsequenz eines Rückzugs, den wir nicht mehr ignorieren können.
Der Abbau des Plattlifts ist kein Abschied vom Berg, sondern ein Abschied von der Selbstverständlichkeit, mit der wir ihn genutzt haben. Wir werden weiterhin versuchen Jung & Alt für dieses Thema zu sensibilisieren und vor allem zu informieren. Unser Klima und Gletscher Exkursionen auf dem Nördlichen Schneeferner sind eine Hommage an das, was war und ein Wegweiser für das, was kommt.