Mit David Göttler im Picos de Europa Nationalpark

David genießt den einzigartigen Fels im „Weg der Geier“ der Via Los Buitres (VIa) an der Pena del Fresnidiello.

Die Picos de Europa, „die Gipfel Europas“ sind ein Kalkmassiv an der Atlantikküste im Norden Spaniens. Wahrzeichen des Picos de Europa Nationalparks ist der Naranjo de Bulnes, ein 2518m hoher Kalkmonolith mit bis zu 700 Meter hohen senkrechten Abbrüchen von erlesener Felsqualität.

Tiefblick aus Wandmitte zum Einstieg. Steinschlag ist in dem eisenfesten Fels nicht zu erwarten, ein Helm isst trotzdem Pflicht!

David Göttler hat die fantastische Landschaft zu seiner sommerlichen Wahlheimat ausgewählt, bei unserem Besuch schlägt er sozusagen als Appetizer die „Via Los Buitres“ an der Pena del Fresnidiello vor. In der Tat ist der Fels fantastisch. Aus einem Guss schießt die Wand immer steiler werdend 300 Meter in die Höhe. Spärliche Bohrhaken weisen dabei den Weg durch das Meer aus wenig strukturierten, eisenfesten Kalkplatten. Immerhin sind die Schlüsselstellen so gebohrt, dass man dabei nur mit der Psyche und nicht mit der Routenfindung zu kämpfen hat. Mit einem Experten und Local wie David ist beides kein Problem und der Appetizer verlangt bald nach einem Nachschlag.

Ausblick aus der Felswand der Pena del Fresinidiello nach Sotres, einem malerischen Ort im Picos-Nationalpark und dem nächsten Ziel von David und seinen Freunden.

Als Hauptspeise wartet der Naranjo de Bulnes, ein wahr gewordener Klettertraum. Bereits der heute übliche Normalweg weist Schwierigkeiten im V.Grad auf, die über 700 Meter hohe senkrechte Westwand ist in freier Kletterei nicht unter 6c zu haben. Als Kompromiss kann man eine Freundschaft mit dem Teufel eingehen und die 300 Meter hohe Route „Amistad del Diablo“ in der Ostwand klettern.

Die „Freundschaft mit dem Teufel“ führt mitten durch den Plattenpanzer der 300 Meter hohen Ostwand des Naranjo de Bulnes. Der Fels scheint überall und nirgends kletterbar. Das macht die Routenfindung nicht ganz einfach, zumal in dem kompakten Fels Sicherungsmittel nur spärlich anzubringen sind.

David hatte nicht zu viel versprochen – wer es nicht selbst erlebt hat, der mag es kaum glauben. Aber ja, in den Alpen gibt es im Kalk nichts vergleichbares.

Dass der Fels dabei nicht plaisirmäßig eingebohrt ist, dass man keinen Handy-Empfang hat und gefühlt am Ende der Welt unterwegs ist, mag den Genuss für den ein oder anderen schmälern.

Unterwegs im Picos de Europa Nationalpark

Aber vielleicht gehört das genauso dazu wie die herrliche Landschaft und die ausgezeichnete Gastronomie.

Danke David für Deine Gastfreudnschaft und Deine Tipps zu Touren im Picos de Europa Nationalpark!

Steckbrief:

Pena del Fresnidiello „Via Los Buitres“: Zufahrt von Las Arenas, 45 Min Zustieg ab Parkplatz, 10 SL / 300m bis 6a, durchwegs mit Bohrhaken abgesichert. Schlingen und Cams zur zusätzlichen Absicherung empfehlenswert, Abstieg durch Abseilen über die Route 2 x 60m empfehlenswert

Naranjo de Bulnes Ostwand „Amistad del Diablo“: Zufahrt von Las Arenas, 2.30h Zustieg ab Parkplatz, 10 SL / 300m bis V+ franz.Skala / VI UIAA Skala, Abstieg durch Abseilen vom Ausstieg über die Südwand; 2 x 50m empfehlenswert

Einkehrmöglichkeit nach der Tour: In einer der Bars / Restaurants in Sotres