Wieder einmal hatte Simon Gietl die Idee. Wir suchten eine einfache Hochtour mit Gletscher und etwas Kletterei. Und schön sollte sie selbstverständlich auch sein.

„Da ist der Schwarzenstein genau das Richtige.“ Schwarzenstein? Der Gipfel zählt eigentlich zu den Zillertalern. Er liegt direkt an der Wetterscheide am Alpenhauptkamm. Mit einer Gipfelhöhe von 3.389m fällt er im Gipfelrund zwischen Großem Löffler und Großem Möseler vor Allem durch seine große Gletscherfläche nach Norden auf. Die ist von Weitem sichtbar, beim kürzesten Anstieg aus dem Ahrntal fällt dies aber kaum ins Gewicht. Denn von Süden erscheint der Schwarzenstein als mächtige, über 2.000 Meter aufragende Felspyramide. So fordert denn eine Besteigung auch einiges an Kondition.Der beste Ausgangspunkt dafür ist das Gasthaus Stallila auf 1.472m. Bis hierher kannst du mit dem Pkw fahren, oder noch besser mit dem E-Bike. Denn dann gehts gleich weiter bis zur Daimeralm auf 1.862m.
Von hier windet sich der Wanderweg in vielen Kehren über die ehemaligen Moränenhänge hinauf. Dabei öffnet sich dir ein fantastisches Panorama, denn je höher du kommst, desto mehr Dolomitengipfel zeigen sich in voller Pracht. Von der Civetta über den Monte Agner zur Marmolata und über den Langkofel bis zur Brenta – da kann man sich kaum satt sehen (und ist froh um den Peakfinder zur Gipfelidentifizierung).
Auf ca. 2.800 m leiten dich Stahlseile und eine Eisenleiter über glatte Gletscherschliffe, und dann ist es nur noch ein Katzensprung zur Schwarzensteinhütte (3.026m).


Und da solltest du unbedingt einkehren. Nicht nur, weil du dort kulinarisch verwöhnt wirst, sondern auch, weil die Schwarzensteinhütte eine der coolsten und lässigsten Schutzhütten in den Alpen ist. Die aus einem Planungswettbewerb der Autonomen Provinz Bozen hervorgegangene „außerirdische Skulptur“ wurde 2017 mit einem Budget von 3 Millionen Euro zwischen Tribachkopf und Schwarzenstein erstellt.
Klar sollte man über Geschmäcker nicht streiten, aber es hat schon etwas, wie dieser rohdiamantenähnliche Monolith im Hochgebirge thront.
Innen erwarten dich ein freundlicher und gemütlicher Gastraum, unerwartet großzügige Sanitäranlagen und, deshalb waren wir ja eigentlich hier, eine vorzügliche Küche.
Wenn du den Schwarzenstein als Tagestour planst, dann solltest du dich hier im Aufstieg stärken und beim Abstieg den Gipfel feiern. Von der Hütte aus ist der Schwarzenstein in 2h hin und zurück gut zu schaffen. Dich erwartet eine kurze Gletscherbegehung und leichte Kletterei am teilweise exponierten Gipfelgrat. Und das hatten wir schon erwähnt eines der besten Gipfelpanoramen vom Großglockner über die gesamten Dolomiten bis zum Ortler und den Ötztaler Alpen.



Der Abstieg zieht sich, deshalb nimm dir Zeit und koste auf der Daimeralm den Graukäse oder den Kaiserschmarrn, denn wer weiß, wann du wieder so einen gelungenen Bergtag erleben und genießen wirst!
