Homerun

Vom VIVALPIN Büro aus sehen wir sie Tag für Tag. Und jede Woche klettern die VIVALPIN Bergführer mit ihren Gästen über die Ferrata auf ihren Gipfel. Die Rede ist natürlich von der Alpspitze, dem Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen. Und eigentlich hast du dabei jedes Mal den Nordwestabbruch mit dem Nordwestgrat vor der Nase. Die markante, logische Linie wurde bereits 1920 erstbegangen und führte lange ein Dornröschendasein, bevor sie von den Wetterstein Bergführern wieder entdeckt und saniert wurde. 

Der Norwestabbruch von der Ferrata aus gesehen, die Route führt durch die markante Plattenflucht in Bildmitte

Los gehts auf ca. 2.300m bei einem Wiesenfleck an der Ferrata. Über brüchige Schrofen und schlecht abzusichernde leichte Kletterei erreichst du eine kurze Abseilstelle und danach den eigentlichen Einstieg der Route. Die ersten vier Seillängen verlaufen über die große Plattenflucht. Da die Schwierigkeiten in den geneigten Platten moderat sind, kannst du überall klettern und das Auffinden der Bohrhaken (und der Standplätze) ist nicht selbsterklärend und die Crux der der ersten Klettermeter. Je näher du dem senkrechten Abbruch kommst, desto logischer wird die Route. Sie führt an der exponiertest möglichen Stelle rechts ums Eck und dann in herrlicher Kletterei auf den danach wieder geneigten Grat. Diese Passage ist dann auch die mit Abstand beste (und schwierigste): Der senkrechte Fels ist bombenfest, die Griffe sind gut und die Absicherung mit Bohrhaken lässt keine Wünsche übrig. Mit IV+ ist diese Seillänge allerdings sehr hart bewertet und es schadet nicht, wenn du dich auch im alpinen V.Grad. wohlfühlst. 

Max in der Schlüsselstelle

– Da kann man nur den Hut ziehen vor den Erstbegehern Hannemann und Hösch, die 1920 mehr schlecht als recht gesichert hier hinauf turnten. –
Nach dieser technischen Schlüsselstelle neigt sich der Fels und anregend, immer am Grat und den Bohrhaken folgend geht es weiter bis zur Schulter der Alpspitz Ferrata auf ca. 2.550m.

Ist die Tour auf das Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen nun eine Alternative zur überlaufenen Ferrata?
Das ganz bestimmt nicht. Zum Einen nimmt man die ersten Staustellen der Ferrata am Einstieg zwingend mit, zum anderen spielt der Nordwestabbruch in einer anderen Schwierigkeitsliga. Die Kletterei ist nur versierten Alpinkletterern zu empfehlen, die sich auch im brüchigen Fels (am Einstieg) und einige Meter über der letzten Sicherung wohl fühlen und die vielen Seillängen zügig abspulen.

Steckbrief Alpspitze Nordwestabbruch und Nordwestgrat
Schwierigkeit
: IV+ (hart bewertet)
Länge: 7 Seillängen am Nordwestabbruch bis IV+ und 9 weitere bis IV- über den Nordwestgrat bis zur Ferrata
Ausrüstung: 50m Seil (für die Abseilstelle ausreichend), Exen, Cams, Schlingen
Topo: Wetterstein Bergführer

Ausgesetzte Kletterei am NW-Grat