Die Besten 10 Bergtouren um und auf die Zugspitze

Zugspitze und Alpspitze dominieren den Bergsteiger-Ort Garmisch-Partenkirchen. Egal, ob einfache Familienwanderung oder Extremklettertour im 10.Grad, die Werdenfelser Berge haben für jeden nicht nur etwas sondern reichlich zu bieten. Besonders hervorzuheben ist dabei die hervorragende Infrastruktur der Bayerischen Zugspitzbahn, die die Zustiege zu den hohen Gipfeln in vielen Fällen drastisch reduziert und es auch weniger Trainierten ermöglicht, Hochgebirgsluft zu schnuppern.

Alpspitze und Zugspitze nach Neuschneefall im Juni

1. Zugspitze durchs Höllental – Der Klassiker und eine der besten (und beliebtesten) Bergtouren in Deutschland. Durch den großen Höhenunterschied und die komplexen Anforderungen nicht zu unterschätzen! Die Schwierigkeiten liegen dabei beim Zustieg bereits bei T5 und in Klettersteigpassagen bis C, oft heikle Überschreitung der Randkluft bzw. je nach Schneehöhe an der Randkluft schwieriger Einstieg in den Klettersteig und spätestens ab Ende Juli Blankeis am bis zu 35° steilen Höllentalferner. Die Tour kann Dank der Höllentalangerhütte problemlos auf zwei Tage aufgeteilt werden. In diesem Falle wandert man am ersten Tag in rund 2 h bis zur Hütte und man zweiten Tag in ca. 5 h von der Hütte auf den Gipfel.

Kurz vor dem Gipfel – nach 2.200 Höhenmetern Aufstieg über Fels und Eis

2. Alspitzferrata – Die Alpspitze ist das Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen. Dass eine Besteigung über die Bilderbuchseite doch relativ einfach ist, mag man beim Blick auf die steile Flanke kaum glauben. Doch der Klettersteig umgeht geschickt alle Steilstufen und führt zielstrebig zum Gipfel. Achtung: Beim Abstieg über die Ostschulter warten noch einige luftige Kletterpassagen (I). Von der Bergstation der Alpspitz Seilbahn ist die Route gut einsehbar. Nach einem kurzen Warm-up Zustieg startet die Ferrata gleich mit einer der Schlüsselstellen, einer knapp senkrechten Felswand mit zahlreichen Eisenklammern. Danach folgen immer wieder flache Geh- und mehr oder weniger steile, aber nie senkrechte Klettersteigpassagen. Die Alpspitzferrata gilt insgesamt als leichter Klettersteig – trotzdem sind die Gesamtanforderungen nicht zu unterschätzen und besonders im Frühsommer können Altschneefelder in der steilen Flanke die Schwierigkeiten dramatisch erhöhen.

Die Alpspitze- kaum zu glauben, dass durch diese Flanke ein relativ einfacher Klettersteig führt

3. Wank – Vom Wank aus liegt dir die Welt zu Füßen. Nirgends ist die Aussicht auf das Zugspitzmassiv besser. Und die zahlreichen Wanderwege sind einfach nur herrlich und deshalb auch familientauglich. Das schöne am Wank ist, dass er für jeden Geschmack etwas bietet. Wer möchte, der startet im Tal in Garmisch-Partenkirchen und wandert von Norden, von Süden, Osten oder Westen auf den Paradegipfel. Wer es gemütlicher mag, der fährt mit der urzeitlichen Wankbahn bis zur Mittelstation und sucht sich von da den passenden Wanderweg. Man kann aber auch am Gipfel anfangen, die Aussicht am frühen Morgen und später eine zünftige Brotzeit in der Sonnenalm genießen… Wie gesagt, der Wank bietet für jeden Geschmack etwas.

4. Die Zugspitzwanderung durchs Reintal mit Abstieg übers Gatterl nach Ehrwald – Wer by fair means den höchsten Berg Deutschlands besteigen möchte, dem sei gleich die großzügige Überschreitung von Nord nach Süd, von Deutschland nach Österreich empfohlen. Gleichzeitig sind dies die einfachsten Anstiege auf die Zugspitze man sollte sich allerdings mindestens 3 Tage Zeit nehmen. Für jeden ambitionierten Wanderer ist dies eine der must have Touren in den Alpen. Denn die Schwierigkeiten sind moderat, die Landschaft und das Ambiente atemberaubend.

5. Kramer – Die Wanderung über die Steppbergalm zum Kramer kratzt knapp an der 2000er Marke. Für konditionsstarke Bergsteiger:innen gehört diese Tour zu den Sahnestück-Wanderungen um Garmisch-Partenkirchen. Wer 1400 Höhenmeter in den Waden hat, im Auf- und Abstieg versteht sich, für den ist der Kramer eine der besten Bergtouren in den Werdenfelser oder gar in den Deutschen Alpen. Auf- und Abstieg erfordern aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dafür kann man sich mit einer Einkehr auf der Steppbergalm fürstlich belohnen.

6. Neuneralm und Eibsee – Der Eibsee ist Badesee, Erholungsort, Fotomotiv und vieles mehr. Sein türkisgrünes Wasser ist landauf landab bekannt und und nicht nur ein begehrtes Fotomotiv. Unserer Meinung nach ist der Eibsee mindestens eine Tagestour wert. Deshalb starten wir am besten mit der Bayerischen Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen, genießen die herrliche Fahrt über Hammersbach nach Grainau und wandern dann über Almen, Wiesen und Wälder ohne Verkehr und Stau zum besagten Hotspot. Am Eibsee lässt sich herrlich die Zeit verbringen, bevor mann dann zu Fuß zurück nach Grainau wandert oder gleich am Zugspitzbahnhof in den Zug nach Garmsich-Partenkirchen steigt.

Der Eibsee – einer der schönsten Alpenseen

7. Vom Kreukzeck zum Stuibensee und auf den Bernadeinkopf – Die Wanderung zum Höhenluft Schnuppern. Ausgehend von der Bergstation am Kreuzeck wanderst du über den schmalen Bernadeinsteig ins Gassental und von da an über Pfade und Steige zum Stuibensee. Von hier kann man noch den 2143m hohen Bernadeinkopf besteigen und über den Nordwandsteig luftig zur Bergstation der Alpspitzbahn zurückkehren. Der Stuibensee ist ein türkisgrüner Bergsee, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen kann. Da passt der kecke Bernadeinkopf mit Gipfelkreuz und fantastischer Aussicht genau dazu. Die Wanderung vom Kreuzeck zum Bernadeinkopf ist das Puzzleteil in dem riesigen Wander- und Tourenangebot, das die Verbindung zwischen anspruchsvollen Gipfeltouren und leichten Wanderungen, beliebten Routen und einsamen Landschaften schafft. Denn die hier beschriebene Wanderung lässt sich hervorragend kombinieren mit den übrigen Anstiegen an der Alpspitze, mit der Überschreitung der Grieskarscharte (2463m) oder eine Besteigung des Mauerschartenkopfs (1924m).

Der Stuibensee – ein Juvel in der kargen Landschaft

8. Eckbauer und Partnachklamm – Wer in kurzer Zeit möglichst viel erleben möchte, dem sei diese Halbtagestour empfohlen. Zu den Highlights zählen: Olympia Skistadion, Partnachklamm, Eckbauer und natürlich alles auf einfachen aber spektakulären Wanderwegen. Die Runde ist außerdem schlechtwetter- und halbtagestauglich. Oder auch perfekt für einen Familientag, denn das Spektakel in der Partnachklamm ist für jung und alt gleichsam ein Urlaubshöhepunkt.

9. Durchs Höllental und über die Knappenhäuser zum Kreuzeck – Diese mittelschwere Halbtagestour verbindet einige der absoluten Highlights der Region. Da kommt man aus dem Staunen und Schauen kaum heraus! Am besten beginnt man die Tour entweder am Kreuzeckbahnhof oder in Hammersbach. Direkt am Hotel Hammersbach steigt der Anfangs breite Weg durch den Bergwald stetig bis zur bereits 1905 eröffneten Höllentalklamm. Nach 2 Stunden erreicht man die Höllentalangerhütte, von da führt der Bergweg teilweise sehr ausgesetzt zu den strahlend weißen Knappenhäusern, einem Relikt aus längst vergangenen Zeiten, als dort insgesamt 28.000 t Erz abgebaut wurden. Nach dem 1.760m hohen Hupfleitenjoch ist das Kreuzeck nicht mehr fern.

10. Schachenhaus – Auf den Spuren von König Ludwig wanderst du durch liebliche Almlandschaften zu einem vom König persönlich ausgewählten Aussichtspunkt. Hier ist ausnahmsweise nicht der Weg das Ziel – denn um das Ziel zu erreichen muss man doch einiges an Forststraßen in Kauf nehmen. Wer ein Ebike hat, der kann diese Passagen eindeutig verkürzen und sich dann voll und ganz auf das Ziel, das Königshaus am Schachen konzentrieren. Und das ist immer eine Reise wert und deshalb über die Landesgrenzen hinaus bestens bekannt!